Unsere Kirche
St. Johannes der Täufer

Bereits im Jahre 1203 wird das Gotteshaus, damals freilich eine kleine Burgkapelle und mehr eine Wehrkirche, urkundlich erwähnt. Heute wird diese Kapelle als der romanische Kern der jetzigen Pfarrkirche angesehen. Dieser romanische Kern besteht aus einem 6,65 m x 11,60 m großen, dreijochigen Langhaus und wies ursprünglich eine Flachdecke auf. An das Langhaus schloss sich ein 4,35 m breites Chorquadrat als Altarraum an. Später wurde ein Teil dieses Raumes abgerissen und durch einen spätgotischen Chorraum mit Netzgewölbe und Spitzbogenfenster erweitert. Noch heute sind die vermauerten romanischen Rundbogenfester an der Südseite des Langhauses zu erkennen.

Im 17. Jahrhundert erhielt das Langhaus ein Tonnengewölbe mit Gurten und Stichkappen. In den Jahren 1736/37 wurde der ursprünglich gotische Turm im Rahmen der Neugestaltung der Westfassade abgetragen, es entstand der heutige Kuppelturm, mit Knauf und Kreuz an der Kirchturmspitze. An der Südseite wurde in den folgenden Jahren noch eine Sakristei mit kleinen Nebenräumen angebaut. Erst im Jahre 1906 wurde im Turm eine Uhr eingebaut.

Die ursprüngliche Wehrkirche war immer ein Zufluchtsort der Bisamberger Bevölkerung vor Feinden. Der Kirchenhügel war in Vorzeiten schon Standort eines römischen Wachtturms, die Anlage der Wege um den Kirchenhügel lässt auch vermuten, dass zur Befestigung ursprünglich auch ein Burggraben angelegt wurde.

Anfangs der Pfarre Kleinengersdorf zugehörig wurde im späten Mittelalter Bisamberg eine eigene Pfarre und hatte oft schwer unter den Kriegswirren zu leiden. Zum Besitz der Pfarre gehörten Weingärten, Äcker und Felder in der näheren, teils auch weiteren Umgebung, die langfristig auch den Bestand der Pfarre und der Kirche sicherten. Bei der Auswahl und der Ernennung der Pfarrherren wirkten teilweise auch die Grafen Abensperg und Traun mit. Auf Grund einer Verordnung von Kaiser Josef II. mussten ab 1780 die Pfarrherren auch die kaiserlichen Gesetze von der Kanzel verkündigen. Auch die zahlreichen Brauchtümer wurden radikal eingeschränkt. Erst mit dem Konkordat 1855 wurden alle staatskirchlichen Gesetze aufgehoben. In den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Franzosen 1809 wurde der damalige Pfarrer von Bisamberg Opfer seines Seelsorgeeifers.

Die Bisamberger Pfarrherrn wohnten im Pfarrhof, der seit 1629 dort steht, wo heute der Pfarrhof und das Pfarrheim stehen. 1910 erhielt der alte Teil des Pfarrhofs seine heutige Form, wurde aber in den Jahren immer wieder renoviert und umgebaut. Während des Ersten Weltkriegs wurden 1917 zwei der vier Kirchenglocken an den Staat abgeliefert und eingeschmolzen. Nur die große Glocke aus dem Jahre 1737 und auch das Zügen-Glöcklein sind geblieben. Im Jahre 1942 blieb auch diesen Glocken das Schicksal des Einschmelzens nicht erspart. Trotz mancher Kriegswirren konnten einige dringende Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Das Erntedankfest 1947 brachte finanzielle Mittel für eine Kirchenrenovierung. Die Sakristei wurde vergrößert, die Orgel, ein Geschenk des Grafen Abensperg und Traun aus dem Jahr 1848, wurde umgebaut und erhielt 1956 ein elektrisches Gebläse (vorher mussten die Pedale von nimmermüden Ministrantenfüßen getreten werden). Weitere Renovierungsarbeiten erfolgten in den 70er Jahren. Am 2. 12. 1978 wurde die umgestaltete Kirche von se. Exzellenz Weihbischof DDr. Helmut Krätzl eingeweiht. In den kommenden Jahren 2008 und 2009 muss der Kirchturm saniert werden.

Die Kirche ist dem Hl. Johannes dem Täufer geweiht. Der Hauptaltar zeigt das ehemalige Altarbild der Spitalskirche mit einer Darstellung der Heiligen Familie und darüber das gräfliche Wappen der Familien Traun und Strattmann, beides umrahmt mit einem von Engeln getragenen vergoldeten Rahmen. Man schreibt dieses Werk dem Steyrer Meister Jakob Pokorny zu, aus der Zeit um 1690. In der Kirche sind auch noch die beiden Grabtafeln von Gräfin Anna Theresia von Abensperg und Traun, geborene Sinzendorf und ihres Gemahls, dem Grafen Johann Adam Josef von Abensperg und Traun zu sehen. Die gräfliche Gruft liegt unter dem Presbyterium

H. Stangl

Römisch-Katholische
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